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"Schwabb, war er ab!"
Angeblich der erste Reim der erst dreijährigen Dichterin.
Im 1792 erschienenen Lebenslauf der Anna Louisa Karsch, verfaßt von ihrer
Tochter Caroline Louise von Klenke, heißt es:
"Sie war ein stilles, in sich verschloßnes Kind, welches weder im
Schlaf noch im Wachen jemanden Unruhe machte, und so blieb sie bis in ihr sechstes
Jahr. Sie kroch unter den Bänken der Gaststube herum, und saß zu halben
Tagen, wie ein Gedanke, ganz still vor sich weg, ohne auf etwas zu merken, was
um sie her vorging. Vermuthlich hatten die Gespräche der Bauern und gemeinen
Gäste des Wirthshauses keinen Reiz für ihr Ohr, und ihren Eltern fehlte
die Zeit, sich mit ihr zu unterhalten. Indessen verrieth sie doch dann und wann
Lebhaftigkeit, wenn es Vorfälle gab, welche selten genug waren, auf das verborgene
Feuer ihres Verstandes zu würken. So geschah es zum Beweise einsmals, daß
sie als dreijähriges Kind auf dem Arme ihrer Großmutter der Hinrichtung
eines Delinquenten zusahe, und als sein Kopf mit einem Schwerdtstreich des Nachrichters
abflog, klopfte sie in die Hände, und rief von einer plötzlichen Empfindung
getrieben: "Schwabb, war er ab!" Mit diesem Reime entsprang der erste
Funken ihres dichterischen Genies, wovon die Umstehenden, welche herzlich lachten,
zwar nichts vermutheten, allein den Ausspruch eines Kindes doch für so merkwürdig
fanden, daß sie ihn ihren Bekannten wiederholten, und ihn so im Andenken
erhielten."
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